Regionale Unterschiede im Abi: Was ist dran?

Das bayerische und baden-württembergische Abitur sei viel anspruchsvoller als die Reifeprüfung in Berlin, NRW oder Bremen – solche Statements hört man immer wieder. Das Jugendmagazin YAEZ hat nachgefragt, was an solchen Behauptungen dran ist.

„Wenn du dich an der Uni bewirbst, wird dein Abi gleich mal um eine halbe Note abgewertet, weil du im falschen Bundesland Abi gemacht hast!“ Solche Gerüchte kursieren nicht nur an Berliner Schulen. Auch Josef Kraus, Chef des Deutschen Lehrerverbands, heizte die Debatte Ende 2016 an: Anspruchsvollere Bundesländer (wie z.B. Bayern) sollten die Abiturzeugnisse anspruchsloser Bundesländer (wie z.B. Berlin) nicht mehr anerkennen, findet er.

YAEZ hat bei der Kultusministerkonferenz (KMK) nachgefragt. Dort stimmen sich die Bildungsminister aller Bundesländer über schulpolitische Fragen ab: „Der Kultusministerkonferenz ist daran gelegen, dass Abiturnoten der erbrachten Leistung tatsächlich entsprechen und dass sie bundesweit vergleichbar sind“, sagt Andreas Schmitz von der KMK. Die KMK hat bereits verbindliche Standards für die Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch festgelegt. Sie gelten ab diesem Schuljahr für alle Bundesländer.

Auch die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH), bei der man sich für Fächer wie Medizin oder Psychologie bewerben muss, gibt Entwarnung: Jeder Abiturient wird mit allen Abiturienten seines eigenen Bundeslandes verglichen  – Bayern konkurrieren also nur mit Bayern, Berliner nur mit Berlinern um einen der begehrten Studienplätze.

Und was sagen die, die es letztendlich betrifft? Sören legte letztes Jahr an einem Berliner Gymnasium sein Abitur ab und hat einen ganz anderen Lösungsvorschlag: „Ich denke, dass die Unis Studienbewerber nach ihren fachlichen Kompetenzen aussuchen sollten und nicht nach NC. Dann wäre der Auswahlprozess auch fairer, und die Abinoten würden nicht so ins Gewicht fallen. Würde am Ende nur das Können und nicht der Schnitt zählen, hätten wir die ganze Diskussion gar nicht.“

Der komplette Artikel erscheint am 23. Januar 2017 in der neuen Ausgabe der YAEZ. Das Jugendmagazin erscheint bundesweit in einer Auflage von 277.720 verbreiteten Exemplaren (IVW Q3/2016). Schule, Leben, Zukunft: Das Jugendmagazin YAEZ berichtet, was Jugendliche in der Schule beschäftigt, zeigt Lebenswelten und Zukunftsperspektiven auf. Die Zeitung richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren an weiterführenden Schulen in Deutschland und liegt kostenlos an Gymnasien, Real- und Gesamtschulen aus. Die Jugendmagazin YAEZ erscheint im YAEZ Verlag mit Sitz in Stuttgart.

Ansprechpartnerin:

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