Gesundheitsprävention an Schulen: Schüler drehen Impfspots

Zur 4. Nationalen Impfkonferenz in Berlin stellt YAEZ die Ergebnisse einer Lehrerbefragung über den Schülerwettbewerb „Impfcheck“ vor, bei dem sich Schüler kreativ mit dem Thema Impfen auseinandersetzen.

Impfungen zählen nach wie vor zu den wichtigsten und wirksamsten Präventionsmaßnahmen in der Medizin. Doch es gibt gerade bei Jugendlichen große Impflücken. Zur gezielten Information von Schülerinnen und Schülern haben 2007 das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg, die AOK Baden-Württemberg und der YAEZ Verlag die Präventionsinitiative „Mach den Impfcheck“ gestartet, die sich mit unterschiedlichen Maßnahmen an diese Zielgruppe richtet und dabei zahlreiche innovative Formate entwickelt und umsetzt.

Wesentliche Bestandteile der Initiative sind:

  • Der Lehrerkoffer Impfen, dessen Unterrichtsmaterial von über 3.000 Lehrern in Baden-Württemberg angefordert wurde.
  • Eine Webseite, auf der Jugendliche selbständig ihren Impfstatus testen können.
  • Der Schülerwettbewerb, bei dem Schüler dazu aufgefordert werden, in Kleingruppen ein eigenes Video zum Thema Impfen zu drehen.

Der Schülerwettbewerb

Im April 2014 erhielten alle Schulen in Baden-Württemberg die Ausschreibungsunterlagen zur Anmeldung an dem Wettbewerb. Teilnahmeberechtigt waren alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 bis 9 in Baden-Württemberg. Pro Schule konnten zwei Teams von bis zu 10 Personen angemeldet werden. Aufgabenstellung war es, ein maximal dreiminütiges Video zum Thema Impfen zu drehen. Hierzu musste durch eigene Recherchen ein Drehbuch verfasst, die szenische Darstellung überlegt, Requisiten zusammenstellt und der Film geschnitten werden. Die Teilnehmer wurden mit einem Film-Paket ausgestattet (bestehend aus einer Mini HD-Kamera, einer Filmklappe und einem Handbuch mit Informationen und Tipps zum Filmdrehen).

Lehrerbefragung über den Wettbewerb

Nach Abschluss des Wettbewerbs erfolgte anhand eines Leitfadens die Bewertung der Einsendungen durch Lehrerbefragung. Die Fragen betrafen insbesondere das Wissen der Teams über das Thema, die Eignung des Drehbuchs, die Qualität der filmischen Umsetzung hinsichtlich möglicher Impfkampagnen in den Schulen.

Am Wettbewerb haben über 40 Filmteams mit rund 360 Schülerinnen und Schülern der 7.-9. Klassen teilgenommen. Im Zeitraum vom 12.05. – 26.05.2015 wurde mit einem teilstandardisierter Fragebogen in einer zufällige Stichprobe sieben Lehrern und Lehrerinnen, aus einer Gesamtanzahl von 32 Lehrern, die im Jahr 2013 oder 2014 mit einem oder mehreren Teams am Schülerwettbewerb teilnahmen eine telefonische Befragung durchgeführt.

Zeitliche Intensität der Auseinandersetzung mit dem Thema Impfen

Die Mehrheit der Befragten empfand den Wettbewerb als eine Bereicherung für den Unterricht. Die meisten der LehrerInnen geben an, dass der Zeitaufwand für das Projekt sehr hoch war. Der Zeitraum der Arbeit am Video beträgt circa zwei Monate. Die Durchführung des Projektes fand während dieser Zeit bei der Hälfte der Befragten im Rahmen des Unterrichts, bei der anderen Hälfte hauptsächlich in der Freizeit der SchülerInnen statt.

Eignung des Formats „Film“

Die Mehrheit der LehrerInnen schätzen den Filmbeitrag als positive Möglichkeit ein, um Interesse und Aufmerksamkeit für das Thema zu erregen. Außerdem geben sie an, dass das Interesse der Schüler am Thema Impfen hierdurch gestärkt wurde.

Einstellung der Teilnehmer gegenüberdem Thema Impfen

Alle befragten LehrerInnen gaben an, dass bei den Schülern und Schülerinnen kein Vorwissen zum Thema bestand und sie eine neutrale Einstellung gegenüber dem Impfen hatten. Die LehrerInnen, die eine Einstellungsänderung bei den Schülern wahrnehmen, sagen mehrheitlich, dass sich die Einstellung und das Wissen durch die Teilnahme zum Positiven geändert haben.

Die Mehrheit der LehrerInnen würde ausdrücklich gerne noch einmal am Wettbewerb teilnehmen. Nahezu alle LehrerInnen geben ein durchweg positives Fazit ab und sind vom Wettbewerb begeistert.

Ergebnisse und Schlussfolgerung:

Der Wettbewerb ist gut geeignet, um Schüler und Schülerinnen an das Thema Impfen heranzuführen. Gerade bei der Unter- bis Mittelstufe ist kein großes Vorwissen über die Thematik verankert. Besonders die Methodik des Filmdrehens eignet sich als interaktiver, unterhaltsamer Einstieg. Die Schüler lernen so, eigenständig und kreativ zu arbeiten. Der Wettbewerbscharakter erhöht die Motivation der SchülerInnen, sich mit dem Thema „Impfen“ auseinander zu setzen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Impfen haben sich die SchülerInnen selbstständig ein wichtiges Basiswissen erarbeitet und auch die entstandenen Beiträge eignen sich, Interesse und Aufmerksamkeit für das Thema Impfen bei anderen Jugendlichen zu wecken. Nach dem großen Erfolg des „Lehrerkoffer Impfen“ ist dieser Wettbewerb ein weiterer wichtiger Schritt zur Impfmotivation bei einer zumeist nicht leicht zugänglichen Zielgruppe. Anhand der vorliegenden Ergebnisse lässt sich feststellen, dass sich die Teilnehmer intensiv mit dem Thema befasst haben, wodurch das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen bei Jugendlichen geschärft wurde. Dadurch können sie als Multiplikatoren für weitere Kampagnen dienen und so einen wichtigen Beitrag für eine positive Einstellung dieser Altersgruppe zum Nachholen fehlender Impfungen leisten. Jedoch benötigt die Produktion eines Filmbeitrags sehr viel Zeiteinsatz, so dass das Projekt bei einem stra en Lehrplan nicht von allen Schulen umgesetzt werden kann und viel in der außerschulischen Zeit realisiert werden muss.

Infoposter über die Ergebnisse der Lehrerbefragung herunterladen (PDF)

Ansprechpartner:
Simon Keller

Simon Keller
Geschäftsführer
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simon.keller@yaez.com